Wandlineal für Kinder

Wer kennt sie nicht, die Wandlineale für Kinder. Für unser Patenkind haben wir auch eines bauen wollen. Ihm gefällt es, wie wir es gemacht haben, lest ihr unten.

Materialbeschaffung:

Die Idee entstand, weil der Kleine ein Jahr alt wurde. Also wurde als erstes ein passendes Brett besorgt. Damit es ins Zimmer zum restlichen Möbel passt, haben wir uns für Kiefer entschieden. Für die Schablone wollte ich ein Reststück nehmen. Die Schablone sollte mit der kleinsten Kopierhülse, durch die ein 8er Nutfräser passt, gefräst werden. Das ist für meine GOF 1250 LCE die 13mm Kopierhülse.

Schablonenbau

Also musste als erstes die Schablone für das Wandlineal gebaut werden. Diese soll später einfach nur noch auf das Brett aufgelegt und mit der Kopierhülse abgefahren werden. Das vereinfacht die Fertigung des Wandlineals deutlich, aber ein hier gemachter Fehler kopiert sich dann auch acht Mal auf das Lineal. Nach dem Anzeichnen der zwei Skalenlängen wurden die Skalenfelder angezeichnet. Was weg soll, habe ich mir markiert damit ich es nicht verwechsle. Mit einem ordentlichen Lineal und einem Schreinerwinkel ist das schnell gemacht.

Nach dem anzeichnen gehts weiter mit dem Aussägen. Zum Geburtstag hat es letztes Jahr eine Kirschen Japansäge gegeben, diese wird von Tajima gefertigt und ist für solche Sachen eigentlich prädestiniert. Ausstemmen wollte ich die Stege dann mit den Narex Stemmeisen.

Nimmt man Massivholz für eine Schablone, sollte man sich auch Gedanken über den Faserverlauf machen. Ich hab das nicht getan und beim Aussägen auf der Rückseite nicht weit genug gesägt. Beim Stemmen ist dann auch der Steg, der bleiben soll, abgebrochen.

Ich habe Sie dennoch weitergebaut und dann auch ausprobiert. Leider war das nicht so toll.

Schablone die Zweite:

Ab zum Baumarkt, Multiplex in der Restekiste besorgen.

Den kleinen Bessey Spanner ist mir schon mehrfach aufgefallen und Bremsenreiniger musste auch mal wieder eine Dose mit. Danach wurde wieder von vorne angezeichnet.

Um Zeit zu sparen, habe ich die GKS 12V-76 auf dem Winkelanschlag FSN WAN zum aussägen genommen. Das geht dann doch deutlich schneller und macht auch Spaß.

Nach dem Sägen wurden die Stege ausgestemmt. Die Flanken habe ich auch noch angepasst, so dass die Kopierhülse sauber und satt gleitet.

Probestück:

Bevor es an das finale Brett ging, wollte ich den Arbeitsablauf einmal üben. Also die Kopierhülse in die Fräse einsetzen, mit dem Zentrierdorn zentrieren und den Dorn gegen den Fräser tauschen.

Ich habe in die erste Schablone also einmal die Skala eingefräst.

Danach wurde mit Sprühlack überlackiert und auf der Fläche mit dem Mirka Deros und Abranet wieder abgetragen.

Etwas staubig weil ich nicht lange genug gewartet habe, aber es funktioniert.

Wandlineal:

Das Ganze funktioniert, los gehts 😀 Und gleich beim Versetzen einen Denkfehler gemacht. Was lernt man daraus? Nicht nur die Schablone, sondern den gesamten Fertigungsablauf üben wenn möglich. Es wäre möglich gewesen. Gut das das Brett eine Rückseite hat.

Diese war aber schlecht ausgehobelt und musste erst beigeschliffen werden, danach konnte es von vorne losgehen. Auf der Rückseite habe ich dann noch eine Nut mit dem Schwalbenschwanzfräser eingefräst um das Wandlineal mit einer Keilleiste aufhängen zu können.

Das Initial des Kleinen wurde noch an das obere Ende des Wandlineals eingefräst und gleich mitlackiert. Nach dem Fräsen konnte wieder lackiert werden und diesmal durfte es richtig trocknen.

Finish:

Nach dem Trocknen des Lacks habe ich die komplette Fläche mit dem Mirka bis auf Körnung 320 geschliffen.

Für die Kanten musste der GSS 18V-10 herhalten, die sind zu klein für den großen Exzenter. Leider hatte ich kein Netz mehr dafür da, also musste ein neues “Altes” rundes herhalten.

Danach haben noch alle Kanten einen 6er Radius mit der GKF 12V-8 bekommen, sowohl vorne als auch hinten. Mit dem Trio hat sich ein richtig schönes Anfassgefühl eingestellt. Nach dem Absaugen wurde das Brett vorne und hinten mit Hartöl behandelt.

Meine Frau hat im Anschluß noch die Zahlen aufgemalt.

Übergabe und aufhängen:

Als ich das Wandlineal vorbeigebracht habe, haben wir es auch gleich aufgehängt. Der Kleine mochte den Lärm des Bohrhammers und Akkuschraubers zwar nicht, aber zum Schluß hing es dann doch. Auch das neugierige befingern und rütteln lässt es dank der Keilleiste nicht von der Wand fallen. Diese verklemmt sich dann in der Nut.

Interessanterweise fand er die Nullen am besten. 😀

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