Regal Werkstatttoilette

Ein Regal für die Werkstatttoilette

Wir haben im Anbau noch eine Toilette. Diese war während der Sanierung unsere einzige und wird seit der Fertigstellung des Bades im EG nicht mehr beachtet. Nichtsdestotrotz fehlt in diesem Räumchen ein Regal um die üblichen Utensilien unterzubringen. Eine schöne Lücke ist dafür vorhanden. Also war es naheliegend, ein Regal selbst zu bauen.

Ausgangslage:

Um ein Gefühl für die Maschinen, Hilfsmittel und deren Besonderheiten zu bekommen, dachte ich, wäre es ideal. Mir hat es viele Fehlerquellen gezeigt die bei den Korpen für die Werkstatt selbst nicht mehr auftreten werden.

Anfertigung:

Als erstes musste eine OSB Platte als “Werkbank” auf zwei Stahlböcke. Alleine ist so ein Traum kaum zu handhaben, Gott sei Dank haben wir neulich nen Möbelhund gekauft.

Als die Platte dann an ihrem Platz und der Rest, den ich eigentlich verarbeiten wollte, darauf lag, ging es an die Wahl der Waffen. Zu Weihnachten hab ich mir mit der Unterstützung meiner Familie ein Bosch GKT 55 GCE mit FSN 1600 geschenkt. Diese wurde jetzt mit einem Blatt für OSB ausgestattet und los gings.

Da es das regnen anfing, musste ich unter den Carport ziehen. Bei 28,5 Grad kein Spaß, aber was solls.

Wie auf dem Bild schon zu sehen, habe ich zum Anreisen den T-Square und die Lineale von Woodpeckers genutzt. Der Winkelanschlag für die Führungsschiene rastet zwar bei “0°” ein, allerdings hat man da keinen sauberen Winkel. Besser man reißt ordentlich oben und unten auf der Platte an, legt die Führungsschiene mit der Lippe auf den Anriss und fixiert dann den Winkelanschlag. Danach hat er 0/90° und man kann arbeiten. Das erspart viel Frust hinterher.

System 32 Bohrungen

Nachdem die Seitenteil und Boden sowie Deckel fertig gesägt waren, ging es an das Bohren der Lochreihen für das System 32 in den Seitenteilen. Diese Lochreihen kennt jeder. Von Hettich gibt es hier eine tolle PDF mit dem Konstruktionsprinzip. Daran werde ich mich das nächste mal noch ausführlicher halten, um einen gemachten Fehler zu vermeiden. Doch dazu später mehr. Zuerst wurden die Lochreihen angerissen, 37mm von der Vorderkante und 320mm von der vorderen Lochreihe für die hintere Reihe.

Danach wurde die Führungsschiene für die Oberfräse parallel zur Vorderkante ausgerichtet. Unter der Führungsschiene hängt noch ein Anschlag der die Lage des ersten Loches sichert:

Die Oberfräse kann mit der Feinverstellung des OFAs dann so ausgerichtet werden, dass der Dübelbohrer (“leider” Festool weil der Händler nur den hatte 😀 ) mit der Zentrierspitze auf der Linie steht.

Jetzt wird die Oberfräse auf Dauerfeuer gestellt, das erste Loch gebohrt, der rote Nippel am OFA nach oben gezogen, die Oberfräse auf der Schiene zum nächsten Loch geschoben, der Nippel rastet wieder ein und das nächste Loch folgt. Das ganze geht dann bis man das Ende der Schiene erreicht hat. Schiene versetzen, zweite Reihe fräsen, erste Seite fertig.

Beim Fräsen der zweiten Seite hab ich dann glatt vergessen, dass man da ja spiegelverkehrt arbeiten muss. Auf dem gezeigten Bild muss dann die vordere Reihe rechts von der Schiene liegen. Konstruiert man schlüssig im System 32, kann das nicht passieren, dann macht man das Seitenteil so tief das die hintere Lochreihe wie die vordere 37mm vom Rand weg sein wird.

Montage

Jetzt habe ich mir die Teile passend hingelegt, mit Leim eingestrichen, mit den Eckspannern von Wolfcraft vorgespannt und dann gezwungen. Zusätzlich wurden die Verbindungen vorgebohrt, gesenkt und geschraubt. Gut das ich acht neue Zwingen habe, vier Verbinder dafür  wären aber auch nicht schlecht.

Mit den Zwingen bin ich sehr zufrieden, die können zwingen und spreizen, das hab ich später auch noch gebraucht 🙁

Rückwand:

Als Rückplatte hab ich noch eine alte MDF? Platte, die hab ich dann draufgelegt, mit dem Richtscheit die Bohrungsmitte angerissen und mit dem Bohrsenker von Famag vorgebohrt und gesenkt in einem. Danach kamen ein paar Spax rein und das Ding war bombenfest.

Da die Platte ein Rest war, hab ich Sie erst angeschraubt, dann mit der Stichsäge grob beigesägt und danach mit dem Bündigfräser auf Maß gebracht. Das ging schneller als wieder die schon saubere Tauchsäge auspacken, messen, anreißen, kontrollieren, sägen…

Das Ergebnis:

Danach hab ich noch die Außenkanten vorne und oben mit einem 5er Radiusfräser mit Anlaufring gerundet. Dabei habe ich einen Absatz bekommen, da muss ich mal schauen ob ich abgekippt bin oder zu fest gedrückt habe. ENT wird ja hoffentlich ein passendes Kugellager angebaut haben. Ohne Absaugung von unten ne Riesensauerei.

Das Problem:

Als ich den Korpus an seinen Platz stellen wollte, hab ich noch etwas gemerkt. Zwar ist am Aufstellort 97cm Platz, davor ist aber die Anlaufleiste der Rolltür, und dort sind nur 92,5cm Platz. Keine Chance den Korpus da reinzubekommen. Also wurde eine Zwinge zur Spreize umgebaut und die Bretter von innen an eine weitere Zwinge, gepresst, so dass die Seitenwand runterkonnte ohne das der Rest kaputt ging. Dann habe ich das neue Maß angezeichnet, die Führungsschiene aufgezwungen, abgeschnitten, wieder verleimt und verschraubt. Da meiner Frau der “Used Look” der Rückwand nicht gefallen hat, hab ich die auch noch umgedreht und neu bündig gefräst, die Breite hat ja nicht mehr gepasst. Diesmal hab ich den Parallelanschlag mit Ansaugstutzen von unten benutzt, leider sind 5mm Luft zwischen Stutzen und Grundplatte und genau da kam der ganze Dreck rausgeflogen. Von der Aktion habe ich keine Bilder gemacht, hatte nen Hals. Zusätzlich hab ich noch den Koffer mit Nüssen für die drei Ratschen Falschrum zugemacht und damit ausgekippt, das hob die Stimmung noch mehr.

Das Ergebnis:

Regalbodenträger sind bestellt, dann werden noch schnell 2-3 Böden geschnitten und fertig.

Fehler hab ich einige gemacht, hoffentlich auch etwas daraus gelernt 😀

 

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